Bald leben wir nur noch im Jetzt

Der Mensch ist geprägt durch sein Handeln im Hier und Jetzt, aber was passiert, wenn man anfängt in die Zukunft zu planen? Oder über die Vergangenheit nachzudenken? Darüber macht sich jeder ständig Gedanken, sei es, die Frage nach dem Mittagessen oder Gedanken über die persönliche Entwicklung in der Zukunft. Natürlich, das scheint alles offensichtlich, schließlich haben sich schon ganze Wissenschaften der Vorausberechnung der Wirtschaft gewidmet oder allein die Geschichtsforschung titelt schon mit der Vergangenheit. Aber wie wirkt sich diese Planung und Wahrnehmung in Zeit auf unser alltägliches Leben aus? Bleiben wir bei den Beispielen und stellen fest, dass ohne dieses zeitliche Planen niemand sparen würde oder einen Kredit aufnehmen würde. Doch noch grundlegender ist der Gedanke an das nächste Essen, der schließlich das Überleben sichert, insofern sollte man selbst sein Leben soweit planen, dass man zumindest überlebt.

Macht man sich jedoch einmal bewusst, was man alles im Kopf behalten muss, so wird einem schnell alles zu viel. Morgens und abends, eigentlich ständig, die Zeit im Blick haben: wie viel Zeit hab ich morgens, um Frühstücken? Wann kommt meine Bahn? Wo ist die nächste Tankstelle? Wann geh ich einkaufen? Was koch ich heute? Was gucke ich im Fernsehen oder Internet? Und wie lang kann ich noch schlafen, wenn ich jetzt wirklich einschlafe? Aber es werden noch viel mehr Modelle erstellt, um zum Beispiel das Wetter vorherzusagen, damit jeder seinen Tag, Woche oder Monat möglichst genau vorausplanen kann.

Aber, wie schon gesagt, kann einen das Denken an so viele Möglichkeiten schnell über den Kopf wachsen. Deshalb fühlen wir uns gestresst und weil es sowieso überall und immer an Zeit mangelt, hat man eigentlich gar nicht die Zeit, um alles selbst in die Hand zu nehmen und so gibt es Apps, freundliche Sekretärinnen oder Eltern, die einem helfend zur Seite stehen, wenn es um Sachen wie ganze Tagesabläufe, das nächste Meeting oder der kleine Hinweis „gib nicht alles auf einmal aus“ geht.

Heutzutage scheint, auf Grund des 24/7-Zeitalters, alles noch viel hektischer zu werden und neben dem ganzen Planen darf man doch auch nicht vergessen den Moment zu erleben. Denn das ist doch schließlich das Leben oder nicht? Und dafür plant man ja, nicht mehr nur, dass das nächste Essen auf den Tisch kommt, sondern das es eben das perfekte Esse wird. So muss eben alles perfekt werden und es gibt einen Kampf zwischen dem Planen und dem Erleben und dem ständigen Überangebot an Informationen. Deshalb wäre das Besinnen auf die innere Ruhe, doch mal ein positiver Anstoß in die richtige Richtung, man muss ja nicht gleich den Buddhistischen Glauben annehmen.

Alles in allem hat es ja auch jeder augenscheinlich bis hierhin geschafft, doch wie soll das in Zukunft weiter gehen, wenn noch viel mehr Sachen planbar geworden sind? Vielleicht gibt die Technologie, die jetzt schon so viele Möglichkeiten voraus berechnet, auch die Möglichkeit wieder im hier und jetzt zu geben. Vermutlich wird das unter der Preisgabe aller persönlichen Gewohnheiten, Vorlieben und Gedanken passieren. Aber es würde auch wieder Zeit geben in der das Leben quasi vorherbestimmt abläuft und der Moment vollkommen wirken kann, wenn Gedanken über die Zukunft von einer Maschine erledigt werden.

Doch was die Zukunft bringt ist ungewiss und bis jetzt kann man nur das aktuelle Angebot nutzen und sich mit der Zukunft arrangieren, genauso wie man es schon mit der Vergangenheit getan hat.

© Beitragsbild: Monoar/ pixelio.de

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