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Digital Divide

Instagram, Snapchat und Facebook sind die neuen Medien, die wir uns als neuen Lebensraum erschlossen haben. Dank Smartphone und Co. Können wir über verschiedene Kontinente hinweg und zu jeder Uhrzeit ständig mit unseren Freunden und Followern in Kontakt bleiben, als wären sie nur ein paar Straßen weit entfernt. Wir verschicken Snaps, kreieren Stories und schreiben ab und zu mal eine private Nachricht, als wäre es das Normalste auf der Welt. Wer die Entstehung des Internets, der Apps und der digitalen Medien miterlebt hat, kann sich noch gut an eine Zeit vor der digitalen Wende erinnern und an eine Zeit danach. Neben der Generation X, Y und Z folgen doch immer weitere Generationen, die immer früher in diesen neuen Lebensraum hineingeworfen werden, ohne sich wehren zu können, während die Alten noch völlig verwundert vor dieser neuen Welt stehen. Schaut man sich in Bus und Bahn um, glotzen 90% der Mitreisenden auf ihr Smartphone und scrollen sich immer tiefer in das Dickicht von Bildern und Nachrichten. Dabei bleiben auch nicht die Jüngsten verschont: Sobald das kleine Kind nach der Aufmerksamkeit seiner Eltern verlangt, wird ihm der bunte Flimmerkasten in die Hand gedrückt. Während wir älter werden, löschen wir alte Spiele und Apps, um Platz zu schaffen für die neuen Apps; Facebook verschwindet langsam und wird durch Instagram ersetzt. Neuer Platz muss für Apps wie Snapchat und TikTok her, und mit den neuen Apps füllen sich auch die Fotoalben mit neuem Datenmaterial, das uns zu Erinnerungen wird.

Dabei ist das Internet nicht einmal 20 Jahre alt und wir haben die digitale Welt schneller entdeckt als unseren eigenen Planeten. Bestellungen, Bankengeschäfte und auch der nächste Lebenspartner sind nur wenige Klicks entfernt. Das Leben spielt sich mittlerweile immer mehr auf den Displays und Bildschirmen unserer Geräte ab, während wir das World Wide Web nach neuen Informationen durchsuchen. Dank Moore’s Law wächst die Leistung der kleinen Mikroprozessoren immer schneller und diese neuen Technologien werden immer mächtiger. Wirkten Filme wie Matrix noch zur Zeit ihrer Produktion wie weitentfernte Dystopien, sind sie heute beinahe schon Realität geworden. Mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz und Virtual Reality übersetzen die Entwickler die Digitalität in den echten Raum, sodass die Grenzen zwischen Realität und Virtualität immer mehr verschwimmen. Wohin diese Entwicklung führt, wissen wir nicht. Die Nutzer selbst entscheiden, wofür sie diese mächtigen Technologien nutzen – um sich stundenlang Katzenvideos auf YouTube anzuschauen oder um politische Aufstände, wie den arabischen Frühling zu organisieren.

Während wir tagtäglich die technologischen Entwicklungen verfolgen und neue Snapchat- und Instagram-Filter entdecken, vergessen wir dabei allzu oft das Leben außerhalb der eigenen vier Bildschirmränder. Vollkommen isoliert von der Außenwelt steckt man die Kopfhörer rein, checkt die Newsfeeds und macht man sich auf den Weg zur Arbeit. Mit einem Blick auf die Wetter-App lässt sich jeder Zeit das Wetter checken, obwohl wir doch nur einen Blick nach draußen wagen müssten, um festzustellen, dass heute die Sonne scheint. Mittlerweile lässt sich auch für jedes noch so unbedeutende Ereignis im Internet eine Information finden. Und falls sie irrelevant erscheint, kann man ja einfach weiterscrollen. Trotzdem bleibt wohl ein kleiner Teil auf der Strecke: Denn menschliche Nähe lässt sich bis heute nicht simulieren, auch wenn einem der warme Handyakku manchmal ein ähnliches Gefühl gibt. Durch die fehlende Verbindung zur Außenwelt können auch Fake News oftmals nur identifiziert werden, wenn echte Korrespondenten vor Ort sind. Dieser blinde Fleck lässt sich durch die Brille der digitalen Welt nicht wahrnehmen und gerät manchmal in Vergessenheit. Dabei ist doch jedem klar, dass kein Mensch 13,370,81 Suchergebnisse durchforsten wird, um die richtige Antwort auf seine Frage zu suchen. Alles was über die ersten drei Seiten hinausgeht verschwindet und wird irrelevant. Falls wir keine Antwort gefunden haben, so stellen wir fest: Dafür gibt es noch keine Lösung und vielleicht finden wir bei der nächsten Suche eine passende Antwort.

© Beitragsbild: geralt  / pixabay.com

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