Die Sinn-Suche im Leben

Jeder ist in irgendeiner Form auf der Suche nach dem Sinn im Leben und findet dabei mehr oder weniger befriedigende Antworten. Ob in Form von Ratgebern oder ganzen Ersatzreligionen, die dabei stets das perfekte Leben versprechen. Doch das einzige, was bei dieser Sinn-Suche konstant bleibt, ist man selbst: man selbst auf der Suche nach Antworten, nach Fragen und Taktiken das Leben zu bewältigen. Wobei es doch so viele Gesetze, Vorschriften und Ratschläge gibt, wie man tatsächlich richtig Leben soll. Doch selten stimmt man in allen Punkten mit den Vorschlägen anderer überein.

Deshalb scheint der Blick auf das eigene Individuum schnell der einzige Weg zu sein, wie man sich selbst wirklich zufrieden stellen kann. Schließlich will man sich sein Leben ja auch nicht komplett diktieren lassen. Wie man sich aber nun selbst die richtigen Regeln auferlegt, ist dabei schon ein schwieriges Unterfangen, denn schließlich muss man sich trotzdem mit der Gesellschaft arrangieren. Ansonsten würde der Staat wohl vermutlich in einen anarchischen Zustand verfallen und jeder Bürger bloß seine eigenen Ziele verfolgen, ohne dabei auf seine Mitmenschen zu achten und das wäre wohl vermutlich für jeden kontraproduktiv. Oder will man wirklich in einer Welt leben, in der jeder das macht was er will und so das Leben unberechenbar wird und man einer stetigen Gefahr des Anderen unterliegt?

Vermutlich ist es deshalb gar nicht so verkehrt in einer freien Gesellschaft zu leben, in der ein ungefähres Grundgerüst an sozialen Normen herrscht. Also gilt es seinen auf dieser Grundlage seinen eigenen Weg zu finden und wenn möglich sein neu gewonnenes Ich der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Schließlich ist es die Gesellschaft, in der man sich verwirklicht und seinen Nutzen aus ihr zieht. Man ist also per se nicht frei, wenn man ein Leben mit anderen führen will, doch ob einen das einschränkt oder beflügelt steht auf einem anderen Blatt.

Hat man sich nun endlich auf die Suche nach sich selbst begeben, ist der wichtigste Schritt schon getan, denn nun weiß man welche Ziele man verfolgt und unter welchen Voraussetzungen man diese erreichen kann. Dabei betritt man schon mit der Planung den Weg in die richtige Richtung, denn jeden Tag den man weiter vorausplant, wächst auch der eigene Anspruch diese Ziele zu erfüllen. Ist es zu Beginn nur der Wunsch ein besserer Mensch zu sein, erträumt man schnell seine gesamte Zukunft: ein Haus zu bauen, einen Baum zu pflanzen und seine Familie zu gründen. Manchmal kann es dann eben doch ganz einfach sein, sich eine Vorstellung von dem, zu machen – wer man sein will. Das Wichtigste ist dabei allerdings seine Wünsche und sein Handeln synchron zu halten, schließlich bringt es nicht sein Leben als Millionär zu planen, wenn man schon daran scheitert regelmäßig zur Arbeit zu erscheinen.

Jeder hat dabei die Möglichkeit verschiedene Stufen in der Gesellschaft aufzusteigen und so seinen Traum zu verwirklichen. Neben den Träumen und Zielen, die die Gesellschaft propagiert, ist man trotzdem seinen eigenen Denkmustern verhaftet. Auch wenn der Traum dabei grundlegend ist, bedarf die Umsetzung doch viel mehr Energie und Stärke. Schließlich ist nicht jeder ein wahrer Kaufmann, doch jeder kann zu einem werden – bloß die Energie möchte nicht jeder aufbringen. Hat man allerdings nun seine Tagesroutine entwickelt und seine Ziele gesteckt, beginnt nun der Weg des Lebens: sein Leben zu leben. Denn hier befindet sich das wirkliche Leben, in der Gegenwart, in der man die Entscheidungen trifft. Damit kommt man nun auch zu der Weisheit „Lebe dein Leben“ und verträume es nicht, schließlich macht das Planen nur halb so viel Spaß, wie die Glücksgefühle einer bestandenen Prüfung. Und nichts ist anstrengender als das ewige Durchhalten, um das nächste Zwischenziel zu erreichen.

Mit einem festen und ehrlichen Plan, auf dem man sein Leben fasst, gibt es die Möglichkeit sich selbst für den richtigen oder falschen Weg zu entscheiden. Doch vielleicht ist der falsche Weg letztendlich der richtige und man stellt vielmehr einen Fehler in seinem Plan fest und nicht in seinem akuten Verhalten. Dabei macht das Leben mit all seinen Komplikation doch viel mehr Spaß, als in einer simulierten Welt sein Leben innerhalb von Stunden in Form von Sims durchzuspielen. Auch wenn das Leben ein Spiel ist, ist es wichtig sich im Zeichen seiner Zeit und seiner Selbst zu verstehen, schließlich kann man nur so sein eigenes Leben leben und nicht zu jemand anderen zu werden, der man nicht ist. Am Ende findet sich hier aber womöglich die Schwierigkeit sich selbst zu finden und eben sein eigenes Leben zu leben und nicht eines, das die anderen einem vorgeben.

Planung, Umsetzung und Rekapitulation sind wohl die elementarsten und damit auch die persönlichsten Etappen der Entwicklung eines eigenen Lebens. Daraus ergibt sich aber auch die Verantwortung, die man sich selbst gegenüber hat. Nämlich nicht alles gleich zu machen, wie das Vorbild. Man muss sein eigenes Vorbild werden, damit man sich selbst verwirklichen kann.

© Beitragsbild: Sasint / pixelio.de

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