Kommt das Jammertal noch oder ist der Berg schon erreicht?

Das Leben ist ein Jammertal, ein Satz den Wohl jeder schon mal gedacht, gesagt oder gehört hat. Schließlich hat jeder Mensch seine Probleme, seien es welche mit dem Geld was zum Ende des Monats knapp wird oder man sowieso keines hat, Prüfungen die anstehen oder Schwierigkeiten mit seinen Mitmenschen. All das und noch viel mehr sind Gedanken die in unseren Kopf umherschwirren, manchmal sind sie aktuell und man würde sich am liebsten in sein Bett legen und zurück an einen Ort, wo alles sicher ist. Zum Glück gibt es aber auch genügend Tage an denen man wieder frohen Mutes unterwegs sind und sich fragt, warum war ich eigentlich so unglücklich.

Doch auch wem dieser Satz wie eine allgegenwärtige Phrase vorkommt, es wird wieder besser, soll gesagt sein, ja es wird wieder besser! Das ist doch das Schöne am Leben, denn nach jedem Tal das man erlebt, gibt es auch einen Berg, den wir neu erklimmen können. Manchmal begegnet einem eine große Talsohle von der aus kein Berg des Frohmutes zu sehen ist, doch wie wäre es wenn es ein Tal des Glückes wäre, in dem man sich befindet. Es würde keinen Unterschied machen, denn so ist der Mensch eingerichtet. Kein einziger Mensch hat das Glück oder auch eben das Pech sich in einem stetigen Stehenbleiben zu befinden, selbst wenn es so wäre, würde man es anders wahrnehmen. Denn jedes Tier ist ein Wesen der Beschleunigung, es spürt dabei nicht ob es mit 100 km/h im Zug sitzt oder im Zug an der Haltestelle wartet. Das Gefühl ist nur darauf ausgerichtet, ob es schneller oder langsamer wird.

Trotzdem spielt die Geschwindigkeit eine Rolle, jedoch nur in der Gemeinschaft, denn so kann man Geschwindigkeiten oder auch Gefühlslagen vergleichen. Sieht man jemanden dem es besser geht, so ist man doch zumindest ein Stückweit eifersüchtig auf das, was man in dem Moment nicht haben kann, denn jemand anderes ist schneller, glücklicher oder reicher als man selbst. Auf der anderen Seite bedeutet das natürlich auch, dass wenn es einem selbst besser geht, als jemand anderem, so schöpfen wir daraus auch unser Glücksgefühl. Immerhin gibt es so einen Vergleich und es wird bewusst, dass das jämmerliche Leben gar nicht so schlimm ist.

Im täglichen Leben mag dieser Unterschied zwischen Geschwindigkeit und Beschleunigung nicht immer bewusst sein und so stürzt man von einer Krise in die nächste, doch ist es Aufgabe eines jeden sich in der Gemeinschaft wahrzunehmen.

Das heißt auch in Sachen Leid und Glück muss es Bezugs- und Orientierungshilfen, doch mit wem redet man schon über seine schlechten Erlebnisse, außer den wirklich besten Freunden, Familie oder einigen Auserwählten. So erfährt man jedoch auch nur von denjenigen, dass es ihnen schlecht geht, während man selbst wieder neidisch auf den erfolgreichen Konkurrenten ist, der scheinbar immer glücklich durch sein Leben läuft. Hier sei aber gesagt, jeder Mensch ist unglücklich, jeder Mensch ist glücklich, aber man kann seine Freude oder auch das Leid daran steuern, wie man sich in Beziehung zu anderen setzt. Natürlich kann es dabei auch mal ganz schön sein sich in seinen eigenen Problemen zu suhlen und auch so lässt sich das eigene Leid ertragen manchmal zum Leidwesen seiner Freunde ertragen.

Somit sollte der Spruch „Das Leben ist ein Jammertal“ und „Es wird wieder“ besser eine neue Relevanz gewinnen, denn es liegt in der eigenen Hand, seinen Standpunkt mit Hilfe seiner Freunde und der Gemeinschaft neu zu betrachten und neue Energie für das nächste „Ich will am liebsten alles hinwerfen“ zu schöpfen.

© Beitragsbild: StockSnap / pixabay.de

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